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Unterfranken erhält ein „Zentrum für seelische Gesundheit“ (Juni 2012)

Haus Außen2

Auf der „grünen Wiese“ oberhalb des König-Ludwig-Hauses wird in absehbarer Zeit das Zentrum für seelische Gesundheit entstehen. (Foto: Mauritz)


Würzburg/Lohr. (mm) Unterfranken bekommt ein neues Krankenhaus. Auf der „grünen Wiese“ oberhalb der orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus im Würzburger Stadtteil Frauenland wird in absehbarer Zeit ein „Zentrum für seelische Gesundheit“ mit rund sechzig vollstationären Betten und etwa 24 teilstationären Plätzen errichtet. Dies hat der Bezirkstag von Unterfranken vor zwei Jahren beschlossen. Am gestrigen Dienstag (26. Juni) stimmte der Bauausschuss in einer öffentlichen Sitzung in Lohr am Main dem Planungskonzept einstimmig zu, das zuvor Dipl. Ing. Erwin Götz vom Architektur-Büro GKP erstmals vorgestellt hatte.

Demnach sollen das König-Ludwig-Haus und das Zentrum für seelische Gesundheit einen gemeinsamen Haupteingang erhalten. Für Notfälle sei unabhängig davon ein weiterer Eingang geplant. Von der westlich vorbeiführenden Brettreichstraße aus soll eine Zufahrt in die Tiefgarage führen. Wie Götz weiter darstellte, werden im künftigen Zentrum auch der Hörsaal des König-Ludwig-Hauses und eine Radiologie untergebracht, wodurch in der Orthopädischen Klinik Platz geschaffen werde, um den dortigen OP-Bereich zu erweitern.

Hintergrund der Planungen, das König-Ludwig-Haus um ein Zentrum für seelische Gesundheit zu erweitern, ist die seit Jahren chronische Überbelegung der psychiatrischen Fachkrankenhäuser des Bezirks in Lohr am Main und in Schloss Werneck. Die enge Anbindung der neuen Spezialklinik an das König-Ludwig-Haus lasse darüber hinaus deutliche Synergien erwarten, unterstrich Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel in der Ausschusssitzung. „Psychiatrie ist eine der Pflichtaufgaben der bayerischen Bezirke“, machte Dotzel deutlich. Das geplante Zentrum für seelische Gesundheit zeige daher nachdrücklich, dass „wir uns dieser Aufgabe stellen“, so Dotzel weiter.

Der Baureferent des Bezirk Unterfranken, Ottmar Zipperich, veranschlagte für das Projekt eine Bauzeit von rund zwei Jahren. Der Bauplan werde voraussichtlich im kommenden Jahr vorliegen. Der erste Spatenstich könnte dann im vierten Quartal 2013 erfolgen. Laut Zipperich betragen die Gesamtkosten für das Projekt etwa 28 Millionen Euro, davon seien 15,8 Millionen voraussichtlich förderfähig. Bei der Stadt Würzburg habe der Bezirk die verfahrensbezogenen Änderungen des Bebauungsplans bereits eingereicht, und die Vergabe von freiberuflichen Architekten- und Ingenieursleistungen für die Gebäudeplanung, technische Ausrüstung und Tragwerksplanung sei schon europaweit ausgeschrieben, sagte Zipperich.